Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte

Gründungszeit
"Frisch, fromm, fröhlich, frei"
schrieb Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), der als Turnvater Jahn in die Annalen eingegangen ist, der deutschen Turnerei auf die Fahnen. Diese vier "F" zieren heute noch das Emblem des Deutschen Turnerbundes.

Ältester Dorf-Turnverein der Pfalz ist der TV Maikammer-Alterweiler, der 1847 in politisch wirren Zeiten aus der taufe gehoben wurde. 60 Jahre später erreichten die vier "F" auch Steinbach am Donnersberg. Am 10 März 1907 fand unter der Leitung und Anwesenheit des Herrn Isaak Levi aus Winnweiler und Herrn Dietz aus Rockenhausen als Vertreter des Alsenztal Gaues eine Versammlung statt zwecks Gründung eines Turnvereins am hiesigen Platze notierte der erste Schriftwart des jungen Vereins - Otto Siebecker - in das Protokollbuch. In der Gründungsversammlung in der Wirtschaft von Friedrich Schrick wurde sogleich ein Turnrat gewählt. Ihm gehörten an: Johann Schwind jr. als erster Turnwart, Philipp Siebecker III. als 2. Turnwart, Valentin Hack als Säckelwart, Otto Siebecker als Schriftwart und der Wirt Friedrich Schick als Zeugwart Karl Hack II. wurde zum 1. Vorsitzenden, Ernst Bauer zum 2. Vorsitzenden gewählt. Johann Vogt und Friedrich Bauer fungierten als Beisitzer. Zu weiteren (Gründungsmitglieder zählen Friedrich Bohrmann, Philipp Doll, Philipp Kissinger, Friedrich Müller, Heinrich Wörner, Hermann Hack, Philipp Buhrmann, Karl Klein, Heinrich Hinterschitt und Peter Fett.

Die Statuten (Vereinsatzung) umfassten 20 Paragraphen, in denen die einzelnen Aufgaben der Turnratsmitglieder festgehalten wurden. Paragraph 1 umschrieb den Zweck des Vereins: Der Turnverein bezweckt durch gemeinschaftliche Turnübungen Gesundheit des Körpers und Geist zu fördern und den gesellschaftlichen Sinn der Mitglieder zu heben. Dabei müssen sowohl politische wie religiöse Tendenzen dem Verein ferngehalten werden. Paragraph 2 unterschied drei Arten von Mitgliedern: Aktive Turner, die dem Turnzwange unterworfen sind und nach zurückgelegtem 17. Lebensjahr Stimmrecht haben. Nach zurückgelegtem 25. Lebensjahre können sie in die Männerriege übertreten. Zöglinge, junge Leute im Alter von 13 bis 17 Jahren. Mit dem Lebensjahre treten sie in die Reihe der aktiven Turner über Passive Mitglieder, welche dem Turnzwang nicht unterworfen sind und das 25. Lebensjahr vollendet haben.
Aus den Eintragungen im Kassa- Buch des Turnvereins geht hervor, dass Isaak Levi aus Winnweiler Turngeräte liefert, die in Raten abgezahlt wurden. Bei der Firma Zöschel & Kohlmann in Kaiserlautern wurden Trommeln und ein Fell erworben. Philipp Becker lieferte 30 Stäbe, Valintin Hack I. 10 Stäbe. Um die Ausgaben zu decken, wurde an Weihnachten 1907 ein Theaterabend mit Verlosung angeboten.

Für die folgenden Jahre bis zum 1. Weltkrieg sind nur die Generalversammlungen im Protokollbuch erwähnt. Fast jährlich wechselt die Zusammensetzung des Turnerrates. Vereinsbälle und Theaterabende wurden in jedem Jahr angeboten.
Im November 1912 zählt der Verein 32 Mitglieder, davon sind elf noch Sonntags-/Fortbildungsschulpflichtige; vier Vortuner bzw. Turnwarte betreuen die Aktiven (LA SP, H43, Nr.1261). Der Verein trat der Deutschen Turnerschaft bei.

 

Wiedergründung 1919
Während des 1. Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit. Am 5. Februar 1919 versammelten sich in der Wirtschaft Schrick sämtliche ehemaligen Mitglieder des Turnvereins um den Verein nach vierjähriger Pause wieder aufleben zu lassen. Zugleich erschienen 22 neue Mitglieder, deren Aufnahme sofort nach Zahlung des Eintrittgeldes beschlossen wurde.
Dem neugegründeten Turnverein standen vor:

  • Karl Eyrisch, 1. Vorstand
  • Jakob Lanzer 2. Vorsitzender
  • Philipp Buhrmann, 1. Turnwart
  • Karl Wörner, 2. Turnwart
  • Pfarrer Ott, Schriftwart
  • Karl Bauer IV., Kassenwart
  • Jakob Gärtner, Zeugwart
  • August Dreher und Philipp Becker, Beisitzer
  • Karl Becker, Vereinsdiener

Pfarrer Ott vermerkte im Protokollbuch
Der 1. Vorstand hält dann an die Versammelten eine Ansprache, in der er zunächst der Toten des Vereins gedachte, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind. Zu ihrem ehrenden Gedächtnis erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen.
Pfarrer Ott starb bereits am 10. Dezember 1919. Nach unserer Ortschronik gab er die Anregung zum Bau einer Wasserleitung und eines neuen Pfarrhauses. Berthold Rubel übernahm in der Generalversammlung vom 14. Februar 1920 den Schriftführerposten.

Das Theaterspiel wurde mit großem Erfolg wieder aufgenommen, was merklich die Vereinsfinanzen stärkte.
Strenge und Ordnung, Pünktlichkeit und Disziplin waren damals noch Werte, über die, die Alten wachten. So wurde den Zöglingen Friedrich Stipp, Georg Buhrmann, Jakob Gänßinger, Zinsmeister, Wilhelm Groß und Karl Gänßinger mit dem Ausschluß gedroht, da sie sich in grober Weise gegen die Vereinsordnung verstoßen haben, indem sie Turnstunde & Versammlung trotz Verwarnung fernblieben.

Bau der Turnhalle
Karl Eyrisch
führte den Verein bis 1922. In seine Amtszeit fällt der Bau der Turnhalle an der (alten) Schule. Im Protokollbuch  zur Generalversammlung vom 21. Januar 1921 bemerkte der Schriftführer Berthold Rubel: Das Projekt zum Umbau der Schulscheune in eine Turnhalle wurde eifrig erörtert. Sämtliche Mitglieder zeigten ein reges Interesse daran und versprachen, den Verein in jeder Weise zu unterstützen. Die Mitglieder ermächtigten den Turnrat, die zu dem Umbau notwendigen werdenden Unterlagen, wie Vertrag mit dem Gemeinderat, Ausfertigung eines Planes, Vergeben der Arbeiten, Versenden von Bittschriften etc. zu beschaffen.

In der Sitzung des Turnrates in der Wohnung von Jakob Rubel wurde der Vertrag mit dem Gemeinderat in seinen Hauptteilen festgelegt. Karl Eyrisch, August Dreher und Berthold Rubel wurden beauftragt, den Vertrag mit dem Gemeinderat in mündlicher Verhandlung zum Abschluss zu bringen. Architekt Breihof aus Haßloch legte einen Plan und Kostenvorschlag in Höhe von 15.000.- Mark vor. Bei der Spar-& Darlehenskasse sollte ein Kredit bis 10.000,- Mark eingefordert werden. Zur Ausführung der technischen Arbeiten und Abschluss von Verträgen mit den einzelnen Geschäftsleuten wählte der Turnrat eine Kommission, der August Dreher, Berthold Rubel und Jacob Gärtner angehörten. Die Gesamtaufsicht übernahm der 1. Vorsitzende.
Doch der Umbau der Schulscheune erwies sich als zu klein.

In der Generalversammlung vom 15. Mai beschloss daher der Verein, den bau zu erweitern und ein Teil des Schulhofes zu überbauen. Wiederum wurde Architekt Breihof für die weiteren Planungen beauftragt. Nun wurde ein Kredit von 30.000,-Mark beauftragt, für dessen Sicherheit die Mitglieder sich mit je 500.- Mark verbürgten. Am 8. August 1921 wurde mit dem Maurermeister Wöflein aus Jakobsweiler ein Vertrag zum Bau der Turnhalle zu 40.000.- Mark geschlossen. Am 14. August schloss der Vorstand des Bauausschusses Peter Kirch ebenfalls einen Vertrag mit der Witwe Karoline Hochwärter, die als Ersatz für die zugebauten Fenster einen Lichtschacht und ein Dachfenster für ihre Küche bekam. Von der Gemeinde Höringen wurde ein Ofen erworben. Am 6. Januar 1922 konnten die Mitglieder bereits die Generalversammlung in der neuerbauten Turnhalle halten.

Zur Finanzierung des Neubaues wurde ein Turnhallen-Konto eingerichtet. Einige Mitglieder stellten dem Verein einen Privatkredit aus. Der Kartenclub spendete, Ortsammlungen wurden durchgeführt, aber auch viele Mitbürger spendeten Geld. Sogar aus Amerika kam eine Zuwendung; Samuel Eichhold spendete im August 1921 2.000,-Mark. Im Jahr 1922 spendete M. Schrick 10.000.-Mark zugunsten der neuen Turnhalle. Aber es flossen auch Gelder von Vereinsveranstaltungen wie Weihnachtsfeier, Theater- oder Familienabend. Größter Einnahmeposten war aber der Erlös des Turnfestes 1922 in den Mühlwiesen. Dies war zudem ein besonderes Ereignis, da in Steinbach erstmals elektrisches Licht brannte, das von einem Dampflokomobil erzeugt wurde.

Die neue Turnhalle wurde fleißig genutzt. Auch der Männergesangsverein Germania 1864, der älteste Verein im Dorf, kam in diesen Genuss. Neben Singstunden gab es auch Theatervorstellungen in der Turnhalle. Doch nicht immer war das Verhältnis der Vereine zueinander - und wer könnte es auch in unseren Tagen verneinen - in reiner Harmonie. An schlagkräftige Auseinandersetzungen zwischen "Vereinshähnen" kann sich der Autor in unseren Tagen nicht erinnern, doch das war nicht immer so:
Durch die Schlägerei am 17. März 1924 in der Turnhalle, anlässlich der Theatervorstellung des Gesangvereins, hatten sich innerhalb des (Turn-) Vereins 2 Parteien gebildet, wonach die eine verlangte, dass der Gesangsverein weiterhin in der Turnhalle seine Gesangsstunden abhalten durfte. Schroff stand die andere Partei diesem Antrag gegenüber; sie umfasste vor allem die Turnratsmitglieder und den größten Teil der aktiven Mitglieder. Auf Neuwahlen waren beide Parteien begierig und jede wollte die Mehrheit des neuen Turnrates abgeben. Die Neuwahlen des Turnrates sollten in der Generalversammlung vom 25. Januar 1925 die Fronten klären. Man konnte sich jedoch nicht einigen, weshalb die Wahl auf den 27. Januar verschoben werden mussten. Nach langen Hin und Her gaben die aktiven Turner und der Ausschuss nach und beschlossen, damit das Jahr 1923 friedlich verlaufe, die Mitglieder des neuen Turnerrates zur Hälfte aus jeder Partei zu nehmen.

Der neue Vorsitzende und Schriftführer des Turnvereins Lehrer Peter Kirch - Pfarrer Fabricius nahm das Amt als unparteiisches Ausschussmitglied und Schriftführer nicht an - hielt die Gesangsvereinsrechte an der Turnhalle fest: Ein Recht hat der Gesangsverein nicht an der Turnhalle; hält er einen Ball und sucht ordnungsgemäß beim Vorstand um Überlassung der Halle nach, so wird ihm dies gegen Gebühr genehmigt. Das Abhalten von Gesangsstunden in der Halle wird für alle Zeiten abgelehnt. Sollte sich der Gesangsverein jedoch einmal gelegentlich einer Beerdigung in bezug auf Vereinslokal in einer Notlage befinden, so kann der Vorstand zum Durchsingen eines Grabliedes die Hale öffnen.  Auch anderen Vereinen gegenüber wird die Halle nur bei Nachsuchen gegen Gebühr geöffnet. Unentgeltliches öffnen gibt es für die Zukunft nicht mehr, da die Unterhaltung den Verein allerhand Geld kostet. Entgegenkommend soll aber der Vorstand nur der Gemeinde gegenüber zeigen, der dem (Turn-) Verein sowie allen übrigen Vereinen die Bezahlung des elektrischen Stromes erlässt. Von diesem Zeitpunkt an, veranstaltete der Gesangsverein keine Theatervorstellungen mehr.

 

Vereinsfahne
Zur Anschaffung der Vereinsfahne wurde eigens eine Generalversammlung am 5. September 1926 einberufen. Da aber zu wenig Vereinsmitglieder erschienen sind, musste eine 2. Generalversammlung am 7. September einberufen werden. Nun waren 2/3 der Mitglieder erschienen. Herr Klein von der Fahnenstickerei in Kaiserslautern war selbst anwesend und nach der Zustimmung aller Anwesenden - was durch ein kräftiges Ja erwiesen wurde - wurde ein Vertrag verfasst:
Größe der Fahne:  1,20 Meter mal 1,30 Meter1. Seite violett. Seide. Mittelstück Turnvater Jahn in feinster Nadelmalerei, umgeben von einem Eichenkranz. Rechts und links 4 frisch, fromm, fröhlich, frei und Dt. (Deutsche Turnerschaft). Die Umschrift lautet: Frisch sei des Turners Blut, Freiheit das höchste Gut, und wird in Hochgold ausgeführt.
2. Seite Weißgrauseide  Mittelstück Wappen schwarz-gelb mit rotem D.T. über dem Wappen befinden sich ein Eichenkranz mit 4 F. Die Umschrift lautet: Turnverein Steinbach a. Dbg., rechts und links die Jahreszahlen 1907 - 1927. Die Ecken bestehen aus Weintrauben mit Laub. Die letzte Schrift wird in Seide ausgeführt.

Zubehör der Fahne:

  1. Eine zerlegbare Fahnenstange gedreht, mit Messing-Verschraubung.
  2. Fahnenspitze mit 4 F aus Messing.
  3. Ein Trageriemen aus Lackleder.
  4. Ein Wachsfutteral, 3 violett-graue Scherben, 2. Goldwasten mit Schnur & 1 Trauerflor mit Silberfranzen.

Auf die Fahne, die 500 Reichsmark kostete und am 1. April 1927 geliefert werden sollte, gab es 20 Jahre Garantie. Ein Turnfest verbunden mit Fahnenweihe an Pfingsten1927 wurde in der Generalversammlung am 6. Januar 1927 beschlossen. Festplatz war die Wiese von Lehrer Kirch.

Turn- und Sportverein Gut - Heil
1930 befand sich der Verein offenbar in der Krise. Polizeidiener Otto Breitenbruch hatte durch öffentliche Bekanntmachung zur Generalversammlung am 6. Januar 1930 eingeladen. Vorsitzender Karl Wörner schilderte in ergreifenden Worten die Situation, in welcher sich der Turnverein befindet. Alle guten Worte an die aktiven Turner des Vereins waren vergebens, wieder den alten Turnergeist zu heben und zu pflegen. Die Antwort darauf war immer gebt uns einen Sportplatz. Daraufhin wurde dann der Turnverein Gut-Heil 07 in Turn- und Sportverein Gut-Heil 07 mit den alten Satzungen gegründet. Friedrich Heckmann stellte seine Wiese für den erforderlichen Sportplatz zur Verfügung. Der Pachtvertrag lief fünf Jahre. Der Pachtzins wurde auf 110 Reichsmark festgelegt. Ein neuer Fußball wurde angeschafft.
Bei den Neuwahlen wurden Ludwig Wörner und Eugen Bauer Sportwarte, Max Strauß und Heinrich Neumayer betreuten die Turner Hermann Frank wurde Fahnenjunker, ihnen begleiteten Erwin Koch und Karl Wörner II.

Im Jahresbericht 1930 wurde der schlechte Turnbetrieb bemängelt. Zum Gauturnfest konnte noch nicht einmal ein Turner abgestellt werden. Gegen ende des Jahres wurde der Turnbetrieb wieder etwas besser. Der Fußballsport war während des Jahres sehr rege.

Am 19. April 1931 pachtete der Verein von Hermann Baab einen Acker in der Eischbach zur Nutzung als Sportplatz. Der Pachtpreis betrug 160 Reichsmark. Ein Jahr später wurden die Pfarrgrundstücke am Wolfspfad der neue Sportplatz. Die Schulleitung errichtete einen Turn- und Spielplatz und schloss als Pächter eine komplizierte Vereinbarung, die genau die Entschädigung der vormaligen Pächter Johannes Philippi, Jakob Becker IV., Heinrich Hack VII. und Peter Glaß II. regelte.
Die Angrenzer verlangten eine Umzäunung damit ihre Pflanzungen nicht von Personen noch von Bällen geschädigt werden. In diesen Jahren bis zur Gleichschaltung 1933 ist immer wieder von angestrengten finanziellen Lage des Vereins die Rede. Dennoch , das Cassa-Buch berichtet von positiven Jahresabschlüssen, die durch Einnahmen aus Konzerten, Schauturnen, Theaterspiel und Maskenbällen gedeckt waren. Zum 25-jährigen Bestehen veranstaltete der Verein am 19. Juni 1932 ein Turnfest. Damit schließen die Eintragungen im Protokollbuch. Im Landesarchiv Speyer ist noch eine Mitgliederliste des Turn und Sportvereins Steinbach vorhanden (LA SP, H43, 13r.1318). Am 1. Januar 1933 zählte der Verein 54 Mitglieder. Ferdinand Rubel war 1. Vorsitzender, sein Bruder Berthold Schriftwart, Georg Kupp 2. Vorstand, August Bauer betreute die Turner (Turnerwart)

Mitgliederstand des Turn- Und Sportvereins Steinbach a./Dbg. am 1. Januar 1933

Nr:

 Name:

Nr:

Name:

1 Hack Abraham 28  Kapp Jakob
2 Bauer Ludwig 2. 29  Bungartz Karl
3  Fassolt Karl    30  Kapp Georg 2.Vorstand
4  Wörner Karl  31  Becker Karl
5  Engel Philipp 32  Becker Emil
6  Eyrisch Karl jr. 33  Becker  Fritz
7  Bauer Theodor 34  Becker Jakob 4.
8  Schwind Abraham 35  Heckmann Fritz
9  Rubel Ferdinad  (1.Vorsitzender)  36  Hack Heinrich 8
10  Bohrmann Heinrich 5. 37  Koch Hans
11  Rubel Berthold (Schriftwart) 38  Becker Heinrich 2.
12  Strauß Simon   39  Gänsinger Georg 2.
13  Strauß Max  40  Becker Karl 3.
14  Becker Heinrich 3. 41  Köhler Georg
15  Kissinger Philipp 42  Hack Karl
16  Bauer Friedrich 3. 43  Gärtner Jakob
17  Schläfer Christian 44  Hochwärter Karl 1.
18   Porr Fritz  45  Koch Ernst
19  Schläfer Willi 46   Koch Erwin
20  Bauer Ludwig 1. 47  Gänßinger Karl
21  Bauer Ludwig 3. 48  Frank Karl
22  Bauer Otto 49  Frank Hermann
23  Bauer August (Turnwart) 50  Bohlander Peter
24  Bauer Hermann 51  Philippi Heinrich
25  Bohrmann Philipp 52  Philippi Philipp
26  Hochwärter Karl 53  Bauer Albert
27  Hack Jakob   54  Frey Eugen

 

Gleichschaltung des Vereins
Wurde in früheren Festschriften dieses Thema nur am Rande erwähnt, im Frühjahr 1933 wurde der Verein wie alle DT- Vereine aufgelöst- so lohnt heute doch ein genauerer Blick auf jene Ereignisse im Frühjahr 1933, zumal die Eintragungen im Protokollbuch, am 15. November 1932 endeten, das sich anschließende Protokollbuch ist verschollen. Am 23. April 1933 erhielt der Verein im Rahmen der Gleichschaltung Besuch von der Polizei. Angeblich sollte der Turn- und Sportverein ein marxistischer und kommunistischer Verein gewesen sein. Doch nicht nur das, am 24. April 1933, meldete die Polizeistation Börrstadt an das Bezirksamt Rockenhausen die Beschlagnahme einer Fahne und die Sicherstellung des gesamten Vereinsvermögens. Vorsitzender Ferdinand Rubel wurde verhaftet ( damals nannte man das Schutzhaft). Die Vereinsfahne wurde genau beschrieben: Es handelt sich um eine Seidengestrickte Fahne, die 1. Seite zeigt Turmvater Jahn, die 2. Seite auf gelblichen Grund das Pfälzer Turnerwappen, welches in schwarz - rot - gold (LA SP, H43, Nr.1261). Der Verein wurde dann am 7. Mai 1933 aufgelöst.

Am 12. Juli 1933 nennt Peter Kirch als Vorstand des neu zu gründenden Turn- und Sportvereins den Installateur und Sparkassenrechner Karl Eyrisch, parteilos. Weiter bemerkt Kirch,
die Gründung des Vereins konnte noch nicht vorgenommen werden, da die vom Bezirksamt erbetene Versammlungsgenehmigung für diesen Zweck noch nicht eingelaufen ist (LA SP, H43, Nr. 1261). Am 01. März 1934 nimmt Peter Kirch die beschlagnahmten Gegenstände in Besitz, aber nicht die Schulden (LA SP, H43, Nr. 1261). Über die weitere Vereinsgeschichte des Turnvereins bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges fehlen schriftliche Aufzeichnungen.

 

Quellen:
Protokollbuch des Turn- und Sportvereins 1907, Eintragungen 10 März 1907 bis 15. November 1932; Cassa -Buch Turnverein Steinbach a.Dsbg., Eintragungen 1907 bis 1933; Landesarchiv Speyer (LA SP), Bestand H43 (Bezirksamt Rockenhausen), Nr. 1261, Nr. 1318

 

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