
Die Theaterabteilung im Turn und Sportverein
Das der Turn- und Sportverein in seiner 100-jährigen Geschichte nicht nur
sportliche Erfolge erzielen konnte, sondern auch in kultureller Hinsicht einiges
zu bieten hatte, dafür sorgt die Theaterabteilung.
Die Theatertradition gliedert sich in drei Abschnitte und wurde somit auch
von drei verschiedenen Generationen bestimmt.
 Erste Phase von 1924 bis 1931
Die Gründung einer Theaterabteilung im damaligen Turnverein Steinbach
geht auf das Jahr 1924 zurück. In den alten Protokollbüchern ist in einer
Vorstandssitzung vom 16. Januar 1924 zum ersten Male von einer
Theaterveranstaltung in der alten Steinbacher Turnhalle die Rede. Man beschloss
damals, mit den Einnahmen , die Kosten für eine elektrische Lichtanlage zu
decken. Die Vorstellung fand 8 Tage später statt und aus den Protokollbüchern
ist zu entnehmen das man mit der Veranstaltung und den Einnahmen höchst
zufrieden war. In der Zeit nach dem 1. Weltkrieg waren Theatervorstellungen die
einzigen Einnahmequellen der Vereine. So existierten und spielten in dieser Zeit
gleich drei Theatergruppen in Steinbach (Turnverein, Gesangsverein, und
Kulturverein Club Frohsinn).
Der Turnverein spielte von 1924 bis1931 jeweils zu der Weihnachtszeit. Die
Stücke hießen damals u.a. Wenn du noch eine Heimat hast Gib mich Frei und Der
Glockengruß zu Breslau . Mitwirkende waren Hermann Franck; Katharina Rectanus,
Abraham Breitenbruch, Philipp Bauer, Lina Schäfer, Fritz Heckmann und die Brüder
Heinrich, Eugen und Fritz Frey. In den Pausen zwischen den Aufzügen hatte man
Musik- und Gesangsdarbietungen für das Publikum vorbereitet. So hatte der
Verfasser der Steinbacher Theatergeschichte die Gelegenheit, sich vom damaligen
Mitspieler Hermann Franck vollständige Passagen aus dem Bettelstunden vorsingen
zu lassen, die damals zum Besten gegeben wurden- nach 70 Jahren eine
beeindruckende Vorstellung. Soviel zu dieser ersten Phase. Leider liegen zu
dieser Zeit keine ausführlichen Berichte über weitere Aufführungen und die
damaligen Mitspieler vor.
Zeite Phase von 1948 bis 1958
Die zweite Phase begann nach dem Krieg. Am 18. Januar 1948 beschloss der
Ausschuss des nun genannten Turn und Sportvereins wieder eine Theatervorstellung
zu veranstalten. Auch die damaligen Akteure kann man als echte Pioniere
betrachten. Waren doch die Verhältnisse, ein Theaterstück auf die Bühne zu
bringen, ungleich schwieriger als heute. Die Turnhalle befand sich in dieser
Zeit nach dem Kriege in einem nicht gerade erbaulichen Zustand, u.a. fehlten die
Fensterscheiben. In dieser Zeit spielten drei Stallhasen des späteren
Vorsitzenden Jakob Bauer ein Hauptrolle. Albert Hochwärter fuhr damals mit den
Hasen nach Kaiserlautern und tauschte die Tiere dort gegen neue Fensterscheiben
für die zerstörte Turnhalle. Es mussten jedoch noch andere Hindernisse über
wunden werden. Es fehlte mitunter an der Hauptsache, einer geeigneten Bühne. So
machte man sich mit den männlichen Darstellern auf in den Wald und fällte Bäume.
Daraus ließ man in einer Dannenfelser Schreinerei Bretter schneiden, aus denen
man in der Turnhalle eine geeignete Bühne bauen konnte. Es war halt eine arme
Zeit.
Auch für die Anschaffung eines geeigneten Stückes fehlte das Geld. So
beschaffte man sich ein Theaterheft; jeder der Darsteller schrieb sich den, den
ganzen Text ab und die Proben konnten beginnen. Zunächst probte man bei den
einzelnen Mitspielern abwechseln zu Hause, wobei man in engen Küchen und Stuben
ganz schön eng zusammenrücken musste. Schließlich ging es in der
Vorweihnachtszeit zum Proben auf die Bühne. Vor jeder Probe musste man jedoch in
der eiskalten Turnhalle erst mal im Holzofen Feuer gemacht werden. Nachdem auch
die Kulissen in Eigenleistung erstellt worden waren, stand der ersten Aufführung
nichts mehr im Wege.
Es galt nur noch ein Problem zu lösen. In der Turnhalle fehlte nur noch die
Bestuhlung für das Publikum. Sämtliche Stühle und Bänke hatte der damalige
Bürgermeister Peter Kirch in Verwahrung und der war zunächst gar nicht bereit,
die Stühle für eine Theaterveranstaltung herauszugeben. Doch nach zähen
Verhandlungen und einigem Disput wurde das Mobiliar herausgegeben. Leider waren
auch danach die vorhandenen Stühle und Bänke immer noch nicht ausreichend. Also
waren wieder die Mitspieler gefragt, die wiederum in zähe Verhandlungen mit
ihren Vätern und Müttern traten, um von Zuhause ein paar Stühle mitnehmen zu
dürfen. Sogar die Besucher waren aufgefordert, sich für die Vorstellung
mitzubringen. Schließlich war für eine ausreichende Bestuhlung gesorgt und das
erste Stück konnte am 1. Weihnachstag im Jahr 1984 aufgeführt werden. Es
hieß Drunten in der Mühle.
Die Aufführung war ein voller Erfolg und so beschloss man eine zweite
Aufführung. Dies fiel jedoch beinahe aus: Ein Theaterbesucher hatte doch
tatsächlich den Stuhl eines Darstellers nach der Vorstellung mit nach Hause
genommen. Die Mutter unseres Hauptdarstellers war zu recht erzürnt und verlangte
von diesem, dass er den Stuhl wieder Heim bringt. Ansonsten würde sie ihm
verbieten, an der zweiten Vorstellung mitzuspielen. Guter Rat war teuer. Keiner
wusste wer den Stuhl hatte und ohne Hauptdarsteller war eine zweite Vorführung
unmöglich. So kam es, dass Werner Hack mit der Schelle durchs Ort ging und
lauthals die Mitteilung verkündete, dass die zweite Theatervorstellung ausfällt,
wenn der mitgenommene Stuhl nicht herausgegeben werden sollte. Nach dieser
Bekanntmachung tauchte der Stuhl zum Glück wieder auf und unser Darsteller
durfte auftreten. oder den betreffenden Stuhl nochmals mitnehme durfte ist
jedoch nicht bekannt. Von da ab wurde sehr erfolgreich beim TuS 07 Theater
gesielt.
Ein Jahr später wurden, wieder an Weihnachten, am 26. Dezember sogar zwei Stücke
gespielt: "Der verlorene Sohn und Hungerkünstler"
Überhaupt behielt man die Gewohnheit bei, zwei Theaterstücke aufzuführen. In
der Regel handelt es sich jeweils um einen Ein- und einen Mehrakter. Dabei
wurden, nach Angaben der Darsteller, an einem Abend immer ein Lustspiel und ein
Charakterstück aufgeführt. So gab es in dem einem Stück etwas zu lachen und in
dem anderen etwas zu weinen. Auch in den Pausen wurde das Publikum unterhalten
und zwar mit einem Gesangsquartett, bestehend aus Albert Frey (Zither) und Erich
Krüger (Gitarre), Ida Hertel, geb. Frey und Katharina Gärtner.
Folgende Stücke wurden damals u.a. aufgeführt: Mag auch die Liebe weinen, Der
Pfarrer von Kirchfeld, Wassermüllers Lottche, Heimweh nach Deutschland.
Regisseur dieser erfolgreiche Truppe war Ludwig Kolb, der später von Otto Littig
(Lehrer) abgelöst wurde. Als Darsteller fungierten u.a. Gerhard Gänßinger, Rosel
Gänßinger, geb. Mohrscheid, Albert Wörner, Erika Wörner, Renate Schneider Heinz,
geb. Wörner, Emma Marill, geb. Stipp, Helga Hack, Emma Hochwärter, Luice Becker,
Ruht Schöll, Emmi Effert, geb. Bauer, Annemarie Fabich, Hedi Becker, Heinrich
Philippi, Theo Bauer, Dieter Rectanus, Eugen Marill, Rudi Mathes, Willi Schöll,
Hans Denzer, Erwin Kappeser, Otto Orth, Günter Gänßinger, Katharina Rectanus
Heini Heck.
Diese Theatergruppe gab auch erfolgreiche Gastspiele in Göllheim, Ramsen und
Jakobsweiler. Dafür spielten dann die Theatergruppen dieser Ortschaften in
Steinbach, so 1949 vom Rauchclub blaue Wolke Jakobsweiler mit dem Stück Solange
dein Mütterlein noch lebt, 1951 eine Gruppe aus Imsbach und 1955 vom
Gesangsverein Göllheim. Insgesamt spielten die Darsteller von 1948 bis 1958. Die
zweite Phase endete im Jahre 1958 mit der vorläufigen letzten Vorstellung.
Dritte Phase von 1983 bis 1997 und Heute
Erst im Jahre 1982 hatten ein paar junge Leute aus Steinbach,
überwiegend Mitglieder im TuS 07, die Idee, die alte Theatertradition wieder
aufleben zu lassen. Man trug den Vorschlag im November des gleichen Jahres an
die Verantwortlichen des TuS 07 heran. Dort nahm man den Vorschlag, an
Weihnachteten wieder eine Theatervorstellung in der Turnhalle durchzuführen,
überwiegend positiv auf. Auf der anderen Seite hatten einige aber Bedenken. Man
dachte dabei an die entstehenden Unkosten, die auf den Verein wegen einer
vielleicht einmaligen Sache zukommen würden. Schließlich musste auch eine Bühne
beschafft und entsprechende Kulissen errichtet werden. Trotzdem wurden
Heinz-Werner Hoßbach und Wolfgang Bauer beauftragt die Sache voranzutreiben,
insbesondere ein geeignetes Theaterstück zu beschaffen. Keiner sollte ahnen
welch erfolgreiche Abteilung des TuS 07 hier am Entstehen war.
Leider war es im November 1982 schon etwas spät für eine Theatervorstellung
an Weihnachten und so musste die Sache auf das nächste Jahr verschoben werden.
Hartnäckig blieb man auch im Folgejahr an der Sache dran, in Steinbach wieder
Theater zu spielen. Nach und nach kristallisierte sich eine Gruppe von 12
Akteuren heraus, die bereit waren, bei einem Theaterstück mitzuwirken. Das waren
recht viele, die es galt, in einem Stück unterzubringen. Also beschloss man, es
am Anfang gleich mit zwei Theaterstücken zu versuchen und teilte die Gruppe in
zwei Hälften. Mit Roswitha Bohlander und Astrid Hoßbach konnten auch gleich zwei
Regisseure gefunden werden, die bereit waren, die Truppe zu betreuen. Im Herbst
1983 begannen die Proben zu den beiden Eintaktern Der selige Florian und Die
Pferdekur.
Die Verantwortlichen des TuS 07 unterstützten weiter die Aktion. Eine
Mehrheit in der Vorstandschaft setzte den Kauf einer zusammenklappbaren Bühne
durch. Weiterhin bauten Heinz-Werner Hoßbach, Hans Hermann Giese und Ludwig
Kreipel die benötigte Kulisse. Somit waren alle Voraussetzungen für den ersten
Theaterabend in Steinbach nach genau 25 Jahren geschaffen. In der
Vorweihnachtszeit am 17. Dezember hieß es im Rahmen der Weihnachtsfeier des TuS
07 zum ersten mal wieder Vorhang auf. Damals standen, was heute undenkbar wäre,
noch Stühle und Tische im Saal.
Das Lustspiel Der selige Florian, der zuviel gebechert hatte, als tot erklärt
worden war und schließlich nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, ä von
den Toten auferstanden wurde als erster aufgeführt. Anschließend, nachdem die
Bühne umgebaut worden war, folgte ein weiteres Lustspiel und zwar Die Pferdekur.
Beide Stücke wurden vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Aufgrund
dieses Erfolges beschloss man, es beim nächsten Male mit einem Dreiakter zu
versuchen und einen gesonderten Theaterabend beim TuS 07 zu veranstalten.
Die Theaterabteilung des TuS 07 war im Jahre 1983 die erste, welche die alte
Tradition des Theaterspielens wieder aufleben ließ. Nach und nach folgten auch
die Nachbargemeinden, u.a. Sippersfeld, Breunigweiler, Börrstadt und
mittlerweile viele andere im Donnersbergkreis. Gegenüber einem Eintakter mit
einer Dauer von 30 Minuten bedeuteten ein Abendfüllender Dreiakter natürlich
wesendlich mehr Aufwand an Text und Proben. Vielleicht auch deshalb schmolz die
Theatergruppe zunächst auf 6 Leute zusammen.
Am 28.03.1985 wurde dann doch der erste Dreiakter Sturm im Maßkrug
aufgeführt. Am 22.12.1985 folgte gleich der Nächste mit Schneid ist Trumpf. In
beiden Stücken führte Astrid Hoßbach Regie. Ein Jahr später löste Marita Bauer
in der Regie Astrid Hoßbach sb. Es wurde wiederum ein äußerst erfolgreiches
Lustspiel Hurra Zwillinge aufgeführt. Der Erfolg sprach sich herum und so kam
es, dass auch immer mehr auswärtige Besucher nach Steinbach ins Theater kamen.
Am 27.12.1987 wurde Alois ist an allem schuld aufgeführt. Dieses Stück wurde
dann auch als erstes am 16. Januar 1988 wiederholt. Auch von den darauf
folgenden Stücken gab es jeweils zwei Vorstellungen. In den Jahren 1988/89- Die
Hölzerne Jungfrau führte Marita Bauer und 1989/90 bei Der doppelte Moritz führte
Martina Partenheimer Regie.
Ab 1992 mit dem Stück Alois wo warst Du heute Nacht ? übernahm Roswita und
Norbert Bohlander die Theaterabteilung und das Steinbacher Theater setzte seinen
Aufschwung fort. Auch konnten immer wieder neue talentierte Schauspieler und
somit auch neue Gesichter hinzugewonnen werden. Die folgenden Stücke sollen an
dieser stelle auch noch genannt werden: Bloß koan Schnaps (1993), Mit Küchen
Benutzung (1994), Der verkaufte Großvater (1995), Die unglaubliche Geschichte
vom gestohlenen Stinkerkäse (1996), Im Jahre 1996 beschloss die Theaterabteilung
sich einen Namen zu geben. Die Steinbacher Bürger waren auf der suche nach einem
Namen behilflich. Es gab mehrere Vorschläge. Letztendlich gefiel der von
Gerlinde Bauer am Besten und man nannte sich ab sofort Steinbacher Dorftheater.
"Die drei Dorfheiligen" (1997), "Das Damen Duell" (1998), "Der Tyrann" (1999),
"Das
Loch in der Wand" (2000), "Soviel Krach in einer Nacht" (2001), waren die
nachfolgenden Aufführungen.
Mit dem Stück
Frauenpower (2002) übernahmen Manfred und Anja Lehrmoser die Theaterabteilung.
Manfred Lehrmoser löste Norbert Bohlander als Souffleur ab, der sich jetzt mehr
als „Kulissenschieber“ sieht. „Der Dorftheater – Intendanten“ Manfred Lehrmoser
baute eine neu Bühne, da das Stück "Frauenpower" in einer Außenfassade spielte,
gleichzeitig wurde der Zuschauerraum neu gestaltet. Die Zuschauerränge, auf drei
Ebenen, ermöglichen ab sofort jedem Besucher einen ungetrübten Bühnenblick.
Birgit Kuhn kam mit dem Stück "Kohle, Moos und Mäuse" (2003), hinzu und ist
seither die "Gute Seele" der Abteilung. "Katzenjammer" (2004), "Ein Ekel wird kuriert" (2005),
"Kurzschlüsse" (2006) „Gute Lügen leben länger" (2007), „Oh Gott, die
Familie" (2008), „Aphrodites Zimmer“ (2009), sind die Stücke, die unter der Leitung von Manfred und
Anja Lehrmoser folgten.
Mittlerweile kommen die Besucher aus Nah und Fern, von Worms, Mannheim,
Kaiserslautern und Umgebung nach Steinbach ins Theater.
Selbst die Schauspieler vom "Prinzregenten Theater"
aus der Prinzregenten Str. 45 aus der Chemiestadt Ludwigshafen waren
schon zu Gast in Steinbach
Nach vielen erfolgreichen Vorstellungen der
Laienschauspielgruppe "Dorftheater Steinbach" wurde die Idee geboren ein
Kindertheater auf die Beine zu stellen. Schnell fanden sich engagierte Helfer,
die mit Kreativität und Tatendrang, die Idee umsetzten.
Initiatoren der ersten Stunde:
Natascha Breitenbruch, Andrea Vogt, Anna Heeger, Erika Wenz-Opp, Conny
Specht-Junge, Evelyn Orth.
Zum 100 jährigen bestehen des Vereins 2007
spielte man das Stück von Autorin Jutta Paul "Ballon im Kopf" es folgten
"Affentanz und Urwaldzauber" (2008), „Das Drachenei" (2009).
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