
Dorfgeschichte
Auf einer sonnigen Anhöhe liegt
Steinbach (275 Meter) zu Füßen des Donnersberges (687 Meter).
Mächtig wacht der Vulkanriese über das Dorf. Die Kelten weihten ihn ihrem
Gott Donar, die Franzosen tauften ihn Mont Tonnere Die Stürme der Zeit hat
er - so scheint es - unbekümmert überstanden. Die vielen Burgen, Klöster und
Dörfer im Schatten des Pfälzer Riesen sind Zeugen einer wechselvollen Geschichte
von Land und Leuten, die auch seinen Bewohnern nicht spurlos vorbei gegangen
ist.
Aus der ersten urkundlichen Erwähnung
Steinbachs im Lehenbuch Werner II von Bolanden (um 1190) geht
hervor, dass der Ministeriale von den Grafen von Leinigen die
Gerichtsbarkeit zu Lehnen Trug, jedoch nur einerseits des Baches; vom
Mainzer Domstift hatte er Güter als Allod inne. Wohl um die gleiche Zeit
erbauten die Bolander auch Burg Wildenstein. Durch Vererbung und Tausch
wurde Wildenstein später Reichsburg. Und das kam so:
Lukardis von Bolanden heiratete Albrecht von
Schenkenburg. Albrecht war ein illegitimer
Sohn des Deutschen Königs Rudolf von Habsburg, der ihm später die
Grafschaft Löwenstein kaufte, nach der sich Albercht dann auch benannte.
Mit seinem Stiefbruder Albrecht von Österreich
kämpfte Albrecht von Löwenstein in der Schlacht am Hasenbühl bei Göllheim
(1298) der letzten großen Ritterschlacht im Deutschen Reich,
gegen Adolf von Nassau, um die deutsche Königskrone. Lukardis tauschte mit
ihrem Schwager Albrecht von Österreich zu Beginn des 14. Jahrhunderts Burg
Wildenstein aus ihrem bolandischem Erbe
(Vater Philippi IV. von
Bolanden) gegen die Reichsburg Gleichen bei Mayenfels. Jofried von
Leinigen- Hardenburg besaß Wildenstein dann als Reichslehen, später als
Eigentum. 1318 belehnte er damit Ritter Syfried von St. Elben.
Für 120 Pfund gute Heller erwirbt der Ritter, dessen Familie aus St. Alban
auch Anteile an Wartenburg und Schneeberg innen hatte, am 25. Juni 1327 vom
wirtschaftlich angeschlagenen Kloster Münsterdreisen Dorf und Gericht
Steinbach. Kaum zehn Jahre später begibt er sich in den Schutz des Leiniger
Grafen und empfängt von ihm Steinbach als Kunkellehen. Sein kränklicher Sohn
Syfried setzt 1399 die Ritter Syfried und Endres, Gebrüder von Oberstein,
als Erbe ein.
Nach dem Tode Syfrieds von St. Elben (1402) errichtete Graf Emich V. von Leiningen mit den Ganerben
auf Burg Wildenstein einen Vertrag, wonach ihm ein Viertteil, den Edlen von
Oberstein, Ritter Sifrid und Edelknecht Endris, sowie dem Ritter Johann von
Lewenstein die übrigen Teile zustehen sollten; Steinbach selbst war den
Rittern alleine vorbehalten. Die Ritter von Oberstein - ihre Stammburg lag
über der berühmten Felsenkirche im heutigen Idar-Oberstein blieben dann bis
1663 im Besitz Steinbachs. Die Obersteiner, die zu den wohlhabendsten
Niederadelgeschlechter im linksrheinischen Raum zu zählen sind und in
Gundheim (Rheinhessen) und Maikammer - Alsterweiler (Pfalz) zwei Linien
bildeten, haben deutliche Spuren hinterlassen.
1450 begannen Siegfried und
Johann von Oberstein den Bau der gotischen Kirche.
Dann im Jahre
1452 wurde der Chor mit der Sakristei am Feste der Heimsuchung der Jungfrau Maria
(02. Juni) unter Gaben frommer Gläubiger geweiht. Diese (Übersetzung der
lateinischen) Inschrift des Porttalsteines am südlich Eingang unserer Kirche
deutet auf eine Marienwallfahrt hin, da Siegfried von Oberstein das Bild
der heiligen Jungfrau Maria auf göttliche Anregung hierher schickte. Unsere
Vermutung wird bestärkt durch das Dorfweistum (Abschrift von 1566), worin
erwähnt ist "do aber die walfart is ufkommen und vil volkes ist her kommen".
Georg von Oberstein
überträgt schließlich seine ritterlichen Besitzungen, darunter Steinbach, an
Hans Wolf von Eltz. Dessen Sohn Rudolf von Eltz veräußert Steinbach 1665 an
Johann Christoph von Schellart, ehemals Oberamtmann der Grafschaft
Falkenstein. Nach dem Tode des letzten Obersteines, Wolf Ernst, Domherr zu
Mainz (gestorben 03. März 1663) nehmen die leiningenischen Linien Hardenburg
und Falkenburg Steinbach in ihre Obhut.
Die Kirche und der sie umgebende Platz waren stets Mittelpunkt der
Gemeinde. Dies wird auch in der Urkunde vom 28. Juni 1665 bestätigt, in der
die Grafen Friedrich Emich und Johann Philipp von Leiningen ihren halben
Teil des Dorfes Steinbach dem Johann Christoph
von Schellart zu einem Erblehen übertragen und ihre Untertanen
des Eides und Pflichten entlassen und an den von Schellart verwiesen haben,
und dass er um elf Uhr mittags, in Steinbach Unter der Linden, so an der
Kirche steht, allwo die Untertanen sonst in Ermangelung eines Rats - oder
Gerichtshauses pflegen Gericht zu halten, den Übergang der Herrschaft
mitgeteilt habe.
1685 verpfändet Emich Christian
von Leiningen-Dagsburg, Schwiegersohn des letzten Falkensteines (Graf
Wilhelm), das halbe Dorf an den Herzog von Lothringen als Besiter der
Grafschaft Falkenstein um 600 Gulden. Die französische Reuunionskammer in
Metz weißt jedoch 1688 wieder dem Grafen von Leiningen zu. Dieser belehnt
erneut Schellert mit dem Viertteil von Steinbach. Nach dem Tod der Familie
Schellert (1729) streiten die Allodialerben und die Reichsritterschaft mit
Leiningen um die Rechte in Steinbach.
Daraufhin erhalten die Freiherrn
Sturmfelder von und zu Oppeneiler ein Viertteil von Steinbach.
1750
haben sie dazu noch die Wildfang- und Leibeigenschaftsrechte von Pfalzgraf
(Kurfürst) Karl Theodor zu Lehnen. Freiherr Franz Georg von Sturmfeder
verkauft am 11. Juni 1764 dem Fürsten Carl zu Nassau- Weilburg für 62022
Gulden und 5 Kreuzer die Herrschaft Börrstadt- Herfingen und die
Mitherrschaft zu Steinbach; 1772 veräußert er seine von Kurpfalz
verliehenen Rechte um 9000 Gulden an den Fürsten von Nassau- Weilburg.
Die unter das Wildfangregal fallenden kurpfälzischen Leibeigenen verwaltete
die Alzeyer Ausfauthei. Im Saalbuch über die leibeigenen Menschenä von 1494
werden pfälzische Wildfänge, Bastarde, Schirmleute und außerhalb des
Territoriums sitzende Hörige auch in Steinbach erwähnt.
1576 sind diese
Wildfänge der sogenannten Waldfauthei angeliefert.
In dieser Zeit haben sich dei Territorialverhältnisse erneut geändert: Johann
von Daun, Graf zu Falkenstein hatte 1552 von Simon Leifart von
Heppenheim um 340 Gulden Anteile, Recht und Gerechtigkeit zu Jakobsweiler,
Göllheim sowie Steinbach und anderen Dörfern erworben. Ein Falkensteiner
Gefällebuch von 1584 nennt für Steinbach etliche Leibeigene und auf
denselben die Pferde, eine unangemessene Fron; die Gefäll sind unter die
Joxweiler Gefäll gerechnet, außerhalb Hüner.
Die beim Verkauf von Steinbach (1327)
beim Kloster Münsterdreisen verbliebenen Rechte wurden nach dessen
Auflösung (1523) und Angliederung an die Universität Heideberg (1551) durch
die Geistliche Güteradministration der Kurpfalz wahrgenommen. Kurpfalz
errichtete in Dreisen eine Kellerei, die Heinrich von Geispitzheim 1559 von
Georg von Simmern zu Lehen trägt. Nassau - Weilburg kauft 1764 das Lehen von Geispitzheim zurück.
1791 bemüht sich Fürst von
Nassau-Weilburg, den leiningischen Anteil von Steinbach (3/4) zu
erwerben. Deshalb erhielt Amtmann Stein den Auftrag, eine Untersuchung ä
betr. die Acuisition durchzuführen. Darin heißt es: Der Ort Steinbach liegt
beinahe mitten in dem Amt Kirchheim, begrenzt gegen Morgen die Marnheimer
und Hofmünster gegen Abend die Dannenfelser und Bennhausener Gemak, wie auch
den zu ersterer gehörigen Donnersberg - gegen Mittag Unter- und
Oberbörrstadt, gegen Mitternacht den zur Reichsgrafschaft Falkenstein
gehörigen Hanweiler - Unterflur; hat 77 Häuser, das Pfarr - und Schulhaus - sodann
zwei gemeine Häuser mit einbegriffen - 63 pur protestantische Christen -
und 12 Juden Familien - unteren ersteren 23 bis 30 Falkensteinische - sodann
30 bis 32 Pfälzische oder Sturmfederische - modo diesseitig Fautheilische
und Leiningische gemeinschaftliche Leibeigene.
Heute gut 200 Jahre später,
zählt Steinbach 700 Einwohner, die ein reges Vereinsleben entwickeln.
Älteste Vereine sind der Männergesangsverein Germania 1864, der Turn und
Sportverein 1907 und der Musikverein Donnersberg 1925.
In der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg kam es zu zahlreichen
Vereinsgründungen:
- Kriegerverein und Freiwillige Feuerwehr (1880)
- Bürgerverein (1883)
- Krieger -und Soldatenverein (1895)
- Verein Frohsinn
(1898)
- Leseverein Eintracht (1903)
- Verschönerungsverein Steinbach und
Umgebung (1907)
- Spar und Darlehnverein (1907)
- Arbeiterverein (1925)
Sie sind, mit Ausnahme der Feuerwehr, verschwunden oder wurden aufgelöst.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es wieder zahlreiche Vereinsgründungen:
- Vdk-Ortsgruppe
Steinbach (1950)
- Landfrauenverein (1973)
- Ortsgruppe des Pfälzerwaldvereins
(1978)
- Angelsportverein (1981)
- FCK-Fanclub Rote Teufel (1994)
- Förderkreis TUS 07 (1995)
- Kerwe- und Jugendverein (1995)
- Kindergartenförderverein
(2001)
Ein Blick in die Schdobacher Ortschell die seit 1995 über einige
Jahre die vielfältigen Vereinsaktivitäten und all monatlich berichtet
hatte, zeigte, dass in Steinbach ein reges Kultur- und Vereinsleben
herrscht.
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